Was wir gemacht haben/Bekenntnisse

Aus Mittendrin

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Aus dem Gemeindebrief der Kreuzkirche Bonn, Nr. 122 (Dezember 2007 - Februar 2008):


„Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche“ – das beten wir in jedem Gottesdienst. Doch an der Frage, was das sei – eine „heilige christliche Kirche“ – und wer dazugehöre, scheiden sich bis heute die Geister, wie nicht zuletzt die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den beiden großen Kirchen einmal mehr unter Beweis gestellt haben.

Für „mittendrin“, die Gruppe junger Erwachsener an der Kreuzkirche, war dies Grund genug, im Rahmen der Themenreihe „Bekennen und Bekenntnisse“ einen Abend der Frage des Kirchenverständnisses zu widmen. Dabei sollte es freilich weniger um theoretische Abgrenzungen gehen als vielmehr um die Frage: Wie sind wir eigentlich Kirche?


Als Ausgangspunkt diente die klassische Definition des 7. Artikels des Augsburger Bekenntnisses von 1530, in dem es heißt: „Es wird auch gelehrt, daß allezeit eine heilige, christliche Kirche sein und bleiben muß, die die Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden“ (EG 857). Auf dieser Grundlage diskutierten wir über folgende Fragen, die eine Brücke zur Gegenwart herstellen sollten: Wie sind wir Kirche? Wann und wo erlebe ich Kirche? Wie gehen wir mit Meinungsverschiedenheiten um? Wie sind wir als Kirche füreinander da?


Der Verlauf der Diskussion zeigte, daß der Gemeinschaftsaspekt von allen Teilnehmern der Runde als sehr wichtig eingeschätzt wurde. „Kirche ist etwas Soziales und weniger etwas Abstraktes, Akademisches“ – mit diesem Wort ließ sich das Stimmungsbild zusammenfassen. Es sei wichtig, „zur Kirche“, also in den Gottesdienst, zu gehen. Besonders hervorgehoben wurden dabei das gemeinsame Gebet und die Fürbitte, aber auch das Abendmahl als verbindendes Element zwischen den Konfessionen, wenn die gastweise Einladung nicht nur ausgesprochen, sondern auch praktiziert werde. Darüber hinaus wurde die gemeinsame Sündenvergebung zu Beginn des Gottesdienstes erwähnt. Freilich bedeute Kirche mehr als nur „Pflege der Sakramente“. Die Teilnahme am Gemeindeleben, der gegenseitige Austausch, das Kennenlernen bislang wildfremder Menschen gebe dem ganzen „noch einmal eine andere Qualität“. Unterschiede der kirchlichen Sozialisation, wie sie in nahezu jeder Gemeindegruppe zu finden seien, müßten nicht notwendigerweise zu Konflikten führen. Aus persönlicher Erfahrung wurde geltend gemacht, daß Meinungsverschiedenheiten, die in offener Diskussion ausgetragen würden, durchaus auch einmal dazu führen könnten, daß man die eigene Meinung ändere. Zentral sei, daß es einen gemeinsamen Wertekonsens gebe und nicht Einzelne eine Definitionshoheit für sich in Anspruch nähmen, die ihnen nicht zustehe, sondern daß jeder einzelne ernstgenommen werde.

Soweit Auszüge aus der lebhaften Diskussion, in deren Verlauf aus Zeitgründen viele Punkte gar nicht erst angesprochen werden konnten.

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